Lexikon
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Massage
Deutsches Wörterbuch
Mas'sa|ge Heilbehandlung durch mechan. Beeinflussung der Körpergewebe mit den Händen, mit Instrumenten od. elektr. Apparaten [frz.; zu arab. mass "berühren, betasten", grch. massein "kneten"]die mechanische Beeinflussung der Körpergewebe von Hand oder durch geeignete Instrumente oder elektrische Apparate.
Eine Massage bewirkt örtlich eine Freisetzung bestimmter durchblutungsfördernder Stoffe (z. B. Histamin) und durch Verschiebung von Gewebsflüssigkeit eine Veränderung des Ionenmilieus (z. B. Entschlackung) und hat über Nervenreflexe eine Fernwirkung auf innere Organe, das Gefäßsystem und den Stoffwechsel.
Die klassische manuelle Massage besteht u. a. aus folgenden Handgriffen: Streichung, Knetung, Walkung, Reibung, Klopfung und Vibration.
Die Nervenmassage geht von besonderen Nervenpunkten aus (Nervenpunktmassage), die Bindegewebsmassage beeinflusst über das Unterhautbindegewebe das vegetative Nervensystem. Bei der Sportmassage wird je nach den verschiedenen Zweckrichtungen unterschieden (Trainingsmassage, Vorbereitungsmassage, Zwischenaktmassage und Entmüdungsmassage). Sonderformen der Massage sind die Fußreflexzonenmassage, die Lymphdrainage und fernöstliche Massagen wie das chinesische Tuina oder das japanische Shiatsu.
Klassische Massage
Einleitung
Seit dem Altertum ist die manuelle Manipulation des Muskelgewebes mit den "klassische" Grifftechniken bekannt.
Von Massagen geht ganz allgemein eine "umstimmende Wirkung" des ganzen Organismus aus. Jede Form der Massage hat eine lokale und eine allgemeine Wirkung, die jeweils unterschiedlich stark sein kann. Zu den allgemeinen Erscheinungen gehört die Verminderung der Säureausscheidung im Urin durch geringeren Anfall der Milchsäure in der verspannten Muskulatur, eine Schmerzlinderung durch Entspannung und eine vegetative Umstimmung zur parasympatischen (entspannenden) Seite hin. Die lokale Wirkung beruht auf einer durchblutungsbedingten verstärkten Sauerstoffversorgung, einem erhöhten venösen und lymphatischen Rückfluss, einer Aktivierung des Muskelstoffwechsels, einer Lockerung des Muskeltonus und einer Verbesserung der Durchblutung.
Indikation
Die klassische Muskelmassage sorgt vor allem für eine Intensivierung des Stoffwechsels durch Abtransport von Schlacken. Ihre Indikationen sind vor allem Verspannungszustände mit Myogelosen (Muskelverspannungen), Bandscheibensyndrom und Lähmungen der Extremitäten. Auch bei rheumatischen Erkrankungen und nach Operationen und Verletzungen sind Massagen angebracht. Bestimmte Griffe unterstützen die Atemtherapie bei Atemstörungen und Emphysembronchitis.
Zu Beginn der Behandlung arbeitet der Masseur mit Streichungsgriffen. Sie dienen zur Detonisierung bei Ödemen und Stauungen, zur Anregung des Lymph- und Venenstroms und zur Herabsetzung der Abwehrspannung. Die dann folgenden Knetungsgriffe verbessern die Durchblutung und lösen Verspannungen. Sie steigern den Abtransport von Stoffwechselprodukten und dehnen die Muskulatur. Die "Zirkelung" dient dem Lösen einzelner Muskelfasern oder Narbensträngen und lindert Schmerzen. Hautreizgriffe, Reiben-Hacken, Klopfen und Klatschen öffnen die kleinen Blutgefäße und sorgen für eine starke Durchblutung bei gelähmten und inaktiven Patienten. Erschütterungen und Vibrationen lösen starke Muskelspannungen im Schulter- Nackenbereich.
Kontraindikation
Kontraindikationen für alle Massagegriffe sind fieberhafte Erkrankungen (Temperatursteigerung), eitrige Prozesse und Entzündungen, Thrombosen und Venenentzündungen, Blutungsneigung, frische Herzinfarkte, Verletzungen und entzündliche Gelenkprozesse.
Lymphdrainage
Eine mit kreisenden Druckbewegungen von der Körpermitte nach außen arbeitende Streichmassage zur Beseitigung von krankhaft angesammelter Gewebsflüssigkeit (Lymphstau) in bestimmten Körperregionen. Die Lymphdrainage soll den Abfluss der Lymphe und den venösen Blutstrom zum Herzen fördern sowie die massierte Region entschlacken und die Abwehrzellen des Immunsystems aktivieren.
Shiatsu
japan. Fingerdruckmassage
in Japan aus der chinesischen Massage weiterentwickelte Behandlungsform, bei der die Energieleitbahnen (Meridiane) mit Fingern, Händen, Ellenbogen und auch Füßen massiert und gedrückt werden. Die Grundlagen entsprechen im Wesentlichen denen der chinesischen Medizin. Akupressur.
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